Al­bert Ein­stein re­li­gi­eus? Lees zijn “Got­tes­brief”…

Er zijn mo­men­ten dat ik hier iets plaats uit pu­re ir­ri­ta­tie over de aper­te dom­heid van een bet­we­ter in het wild. Dit is zo’n mo­ment.

Aan­lei­ding is de bui­ten­ge­woon stel­li­ge op­mer­king van ie­mand dat “Al­bert Ein­stein een re­li­gi­eus per­soon was.” De hier schaam­te­loos als feit ge­ui­te on­zin – klaar­blij­ke­lijk door ie­mand die wel iets van klok­ken maar niets van kle­pels weet – is te weer­leg­gen door Ein­stein zelf aan het woord te la­ten in zijn be­roem­de Got­tes­brief, ge­schre­ven in 1954 en ge­richt aan de fi­lo­soof Erik Gut­kind.

Ein­stein had he­le­maal niets met re­li­gie – hij vond het als exer­ci­tie kin­der­ach­tig – iets waar­over hij zeer dui­de­lijk was. Het ont­gaat me daar­om dat er nog zo veel men­sen zijn die het te­gen­over­ge­stel­de be­we­ren. Te­gen­woor­dig noe­men we zo­iets “nep­nieuws”. Ik schaar het on­der de noe­mer “po­pu­lai­re mis­ver­stan­den”…

On­der­staan­de tekst is het ori­gi­neel in het Duits. Voor wie dat niet kan le­zen: “Suf­fer!” En leer Duits. Het is de mooi­ste taal die het noor­de­lij­ke half­rond rijk is.

Prin­ce­ton, 3.1. 54

Lie­ber Herr Gut­kind!

An­ge­feu­ert durch wie­der­hol­te An­re­gung Brou­wers ha­be ich in den letz­ten Ta­gen viel ge­le­sen in Ihrem Bu­che, für des­sen Sen­dung ich Ih­nen sehr danke. Was mir da­bei be­son­ders auf­fiel war dies. Wir sind ei­nan­der in­be­zug auf die fak­ti­sche Ein­stel­lung zum Leb­en und zur men­schli­chen Ge­mein­schaft weit­ge­hend ähn­lich: über-persön­li­ches Ide­al mit dem Stre­ben nach Be­frei­ung von ich-zen­trier­ten Wün­schen, Stre­ben nach Ver­schö­ner­ung und Ver­e­de­lung des Da­seins mit Be­tonung des rein Men­schli­chen, wo­bei das leb­lo­se Ding nur als Mit­tel an­zu­s­e­hen ist, dem kei­ne be­her­r­schen­de Funk­ti­on ein­geräumt wer­den darf. (Die­se Ein­stel­lung ist es be­son­ders, die uns als ein echt “una­me­ri­can at­ti­tu­de” ver­bin­det.)

Trotz­dem hät­te ich mich oh­ne Brou­wers Er­munterung nie da­zu ge­bracht, mich ir­gend­wie ein­ge­hend mit Ihrem Bu­che zu be­fas­sen, weil es in ei­ner für mich un­zugäng­li­chen Spra­che ge­schrie­ben ist. Das Wort Gott ist für mich nichts als Aus­druck und Pro­dukt men­schli­cher Schwächen, die Bi­bel ei­ne Samm­lung ehr­w­ür­di­ger aber doch reich­lich pri­mi­ti­ver Le­gen­den. Kei­ne noch so fein­sin­ni­ge Aus­le­gung kann (für mich) et­was dar­an än­dern. Die­se ver­fei­ner­ten Aus­le­gun­gen sind na­tur­gemäss höchst man­nig­fal­tig und ha­ben so gut wie nichts mit dem Urtext zu schaf­fen. Für mich ist die un­verfäl­sch­te jü­di­sche Re­li­gi­on wie al­le an­de­ren Re­li­gi­o­nen ei­ne In­car­na­ti­on des pri­mi­ti­ven Aberglau­bens. Und das jü­di­sche Volk, zu dem ich ger­ne ge­höre und mit des­sen Men­ta­lität ich tief ver­wach­sen bin, hat für mich doch kei­ne an­ders­ar­ti­ge Dig­nität als al­le an­de­ren Vö­l­ker. So­weit mei­ne Erfah­rung reicht ist es auch um nichts bes­ser als an­de­re men­schli­che Grup­pen wenn es auch durch Man­gel an Macht ge­gen die schlimm­sten Aus­w­üch­se ge­si­chert ist. Sonst kann ich nichts „Au­ser­wä­hl­tes“ an ihm wah­r­nehmen.

Über­haupt empfin­de ich es schmerz­lich, dass Sie ei­ne pri­vi­le­gier­te Stel­lung beanspru­chen und sie durch zwei Mau­ern des Stol­zes zu ver­tei­di­gen su­chen, ei­ne äus­se­re als Mensch und ei­ne in­ne­re als Ju­de. Als Mensch beanspru­chen Sie ge­wis­ser­mas­sen ei­nen Dis­pens von der sonst ac­cep­tier­ten Kausa­lität, als Ju­de ein Pri­vi­leg für Mo­not­heis­mus. Aber ei­ne be­grenz­te Kausa­lität ist über­haupt kei­ne Kausa­lität mehr, wie wohl zu­erst un­ser wun­der­ba­rer Spi­no­za mit al­ler Schä­r­fe er­kan­nt hat. Und die ani­mis­ti­sche Auf­f­as­sung der Na­tur­re­li­gi­o­nen wird im Prin­zip durch Mo­no­po­li­sie­rung nicht auf­ge­ho­ben. Durch sol­che Mau­ern kön­nen wir nur zu ei­ner ge­wis­sen Selbst­täuschung ge­lan­gen; aber un­se­re mo­ra­li­schen Bem­ühun­gen wer­den durch sie nicht ge­för­dert. Eher das Ge­gen­teil.

Nach­dem ich Ih­nen nun ganz of­fen un­se­re Dif­fe­ren­zen in den in­tel­lek­tu­el­len Über­zeu­gun­gen aus­gespro­chen ha­be, ist es mir doch klar, dass wir uns im We­sent­li­chen ganz na­he ste­hen, näm­lich in den Be­wer­tun­gen men­schli­chen Ver­hal­tens. Das Tren­nen­de ist nur in­tel­lek­tu­el­les Bei­werk oder die „Ra­ti­o­na­li­sie­rung“ in Freud’scher Spra­che. Des­halb den­ke ich, dass wir uns recht wohl ver­ste­hen wür­den, wenn wir uns über kon­kre­te Din­ge un­ter­hiel­ten.

Mit freund­li­chem Dank und bes­ten Wün­schen,

Ihr A. Ein­stein

Nieuw­bouw: no­toir spoeg-le­lijk

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